Ludwig van Beethoven, geboren am 17.12.1770 in Bonn, gestorben am 26.3.1827 in Wien, gilt zusammen mit Mozart und Haydn als treibende musikalische Kraft der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik.
Eine musikalische Ausnahmeerscheinung
Wie Mozart begriff Beethoven Musik nicht mehr nur als ein dem Adel und der Kirche vorbehaltenes Gut, sondern widmete sich mit einem weltlichen, ja gesellschaftskritischen Verständnis verschiedensten musikalischen Stilrichtungen und führte sie in einem ganz neuen Stil zusammen, der schon wegen seiner einfachen Melodien und wiederkehrenden Satzformen als volksnah bezeichnet werden kann. Ab 1787 war Ludwig van Beethoven in Wien Schüler von Mozart, später von Haydn. Sein Debüt als Pianist gab er 1795 ebendort und erfuhr fortan als Pianist, Komponist und Musiklehrer Anerkennung und Förderung durch die Wiener Gesellschaft. Sicherlich der entscheidende Grund dafür, dass Beethoven die Stadt, von kürzeren Reisen abgesehen, bis zu seinem Tod nicht mehr verließ. Um 1810 stand Beethoven auf dem Zenit seiner Karriere. Ein Gehörleiden zwang ihn jedoch dazu, sich mehr und mehr aus der Gesellschaft und dem Musikbetrieb zurückzuziehen. Er starb an einem Leber- und Darmleiden.
Insignien eines Genies
Musikalisch setzte Ludwig van Beethoven von Anfang an eigene Akzente, vor allem in der Instrumentalmusik für Orchester, für Streicher und für Klavier, die er entscheidend prägte, indem er sie als Ausdruck menschlicher Innerlichkeit und Empfindungen verstand. Einen Hinweis darauf geben die Namen seiner Werke, wie „Ode an die Freude“ oder „Sonate pathétique“. Sein spezifischer Ton ist unter anderem bestimmt durch die starke Gewichtung des Hauptthemas in den einzelnen Sätzen.
Die Klaviersonaten
Vor allem an den 32 Klaviersonaten, die der Künstler häufig selbst aufführte, lässt sich Beethovens musikalische Entwicklung recht gut nachvollziehen. Es existieren Klaviersonaten aus praktisch allen Schaffensperioden. Die Skala ihrer Grundstimmungen reicht von tragisch, in der auch unter dem Namen „Der Sturm“ bekannten Sonate No. 17, bis sorglos, heiter, etwa in der G-Dur Sonate No. 16. Trotz und Leidenschaft („Appassionata“), Erhabenheit, Freude und in der späteren, von Beethovens Taubheit geprägten Schaffensphase zunehmend Absonderung und Einsamkeit spiegeln sich in den Stücken wider.
Fallen die bedeutenden Klavierwerke vor allem in die frühe Schaffenszeit bis etwa 1800, so bestimmen die neun Sinfonien Beethovens spätes Werk. Dass es im Ganzen nur neun Stücke sind (Mozart schuf immerhin an die 50 Sinfonien), mag auch daran liegen, dass der Künstler jeder von ihnen einen ganz eigenen Charakter verlieh und sein von allerhand Zweifeln bestimmtes Ringen um musikalische Bedeutung in sie einfließen ließ. Berühmt ist die 3. Sinfonie, die sogenannte „Eroica“, mit ihrem dem revolutionären Impuls der napoleonischen Epoche entsprechenden optimistischen Finale, in dem das ganze Drängen nach ethischer und politischer Anteilnahme des Künstlers zu gipfeln scheint.
